Bildungs-Projekt: Erste Gemeinschaftsschule für Schulpreis nominiert

Bildungs-Projekt: Erste Gemeinschaftsschule für Schulpreis nominiert
  • Anna-Esslinger-Gemeinschaftsschule in Steglitz-Zehlendorf offiziell eingeweiht
  • Pilotprojekt war 2010 von SPD im Bezirk mit-initiiert worden
  • Barbara Loth (SPD): „Wir haben vielen Schülerinnen und Schülern im Bezirk eine Zukunft gegeben. Gegen den Widerstand der CDU wurde aus einer Hauptschule eine Gemeinschaftsschule mit zukünftigen Abitur-Jahrgängen.“

Seit 2010 wachsen die Oberschule Nikolaus-August-Otto-Schule (Lichterfelde) und die Grundschule am Rohrgarten (Zehlendorf) zu einer Gemeinschaftsschule zusammen. Im Rahmen eines großen Schulfestes wurde jetzt offiziell die Fusion vollzogen. Sichtbar durch den neuen Namen: Anna-Esslinger-Gemeinschaftsschule. Bereits 2017 sollen hier die ersten Schüler Abitur machen.

Die Nikolaus-August-Otto-Schule in Lichterfelde war über Jahrzehnte eine Hauptschule für sogenannte „schwere Fälle“. Bis Schulleiterin Eva Schmoll kam. Gemeinsam mit den Lehrer-Kollegen stellte sie das Konzept um: Mit „Ottos Lernwerkstatt“, mit kleinen Gruppen, Jahrgangsmischung, mit verbalen Beurteilungen statt Noten, mit verpflichtenden Seminaren für die Eltern.

Dazu passte das Konzept der Grundschule am Rohrgarten in Zehlendorf. Hier wurde nach den Prinzipien der Montessori-Pädagogik gelernt und die Eltern wollten, dass ihre Kinder dieses Konzept auch in der Oberschule fortführen konnten. So wurden sie auf die Nikolaus-August-Otto-Schule aufmerksam. Unterstützung kam für das Fusions-Projekt auch durch die Politik, insbesondere von den damaligen Stadträtinnen in Steglitz-Zehlendorf Barbara Loth (SPD) und Anke Otto (Grüne). Barbara Loth, heute Staatssekretärin bei der Senatsverwaltung für Arbeit, Integration und Frauen:

„Die CDU ist bis heute gegen Gemeinschaftsschulen. Dabei belegt die Erfolgsgeschichte der Anna-Esslinger-Schule, dass solche Inklusions-Schulen wichtig sind. Ich bin stolz darauf, dass wir damals gemeinsam dafür gekämpft haben.“

Loth erinnert daran, dass die CDU-geführte Bezirksverwaltung 2010 dem Plan einer Gemeinschaftsschule sehr skeptisch gegenüber stand und das Projekt zu scheitern drohte. Erst das gemeinsame Engagement der beiden Stadträtinnen von SPD und der Grüne schaffte den Durchbruch. Sie setzten sich persönlich für das innovative Schulkonzept ein. Die Verwaltung gab schließlich grünes Licht. Mit Erfolg: Von den rund 40 Schülern, die 2017 Abitur machen werden, hatten ursprünglich nur vier eine Gymnasial-Empfehlung.

Die Schule in Steglitz-Zehlendorf ist dieses Jahr eine von insgesamt zwei Berliner Schulen, die für den deutschen Schulpreis nominiert wurden.